Eisenbahnlinien als Potenzialräume für die Siedlungsentwicklung

Auch für die nächsten Jahre wird in der Schweiz ein anhaltendes Bevölkerungswachstum prognostiziert. Deshalb ist das Augenmerk nicht nur auf die Siedlungsentwicklung nach innen, sondern auch auf eine Erhöhung der Flächeneffizienz im Verkehr zu richten. Zwischen der Siedlungsform und der Verkehrsmittelwahl besteht ein starker Zusammenhang. Analysen dieser Wechselwirkung machen deutlich, dass eine hohe Einwohnerdichte den Anteil platzsparender Mobilitätsformen erhöht – insbesondere das Zufussgehen und die Benützung der Eisenbahn.

Die Eisenbahn als Verkehrsmittel mit hoher Kapazität kann für die Siedlungsentwicklung nach innen in der Schweiz eine bedeutende Rolle spielen. Die grossen Summen, die in die Bahn investiert werden, können eine noch grössere Wirkung in diese Richtung entfalten. Einzelne Kantone verfolgen denn auch seit geraumer Zeit die Planungsansätze der sogenannten Entwicklungsschwerpunkte an Bahnhöfen.

Ergänzend dazu hat die TK das Projekt "Eisenbahnlinien als Potenzialräume für die Siedlungsentwicklung" lanciert. Dieses soll die Möglichkeiten aufzeigen, die sich durch die Betrachtung ganzer Eisenbahnkorridore – und mit ihnen auch der mittleren und kleineren Bahnhöfe – für eine auf die Schiene und auf andere Formen kollektiver Mobilität ausgerichtete Siedlungs- und Landschaftsentwicklung bieten. Hierfür gibt es Beispiele aus dem Ausland: So dient in der niederländischen Provinz Noord-Holland das Eisenbahnnetz als Gerüst einer gezielt darauf abgestimmten Siedlungsentwicklung. Wo Linien bereits stark ausgelastet sind, soll baulich weniger expandiert werden als dort, wo noch Kapazitätsreserven auf der Schiene bestehen. Bestehende Stärken der Haltepunkte sollen verstärkt werden. Während sich die einen Orte als Wohnschwerpunkte eignen, spielen an anderen Arbeitsplätze, Erholungsräume oder der Übergang vom Auto auf die Eisenbahn eine grosse Rolle.

Denkbare positive Wirkungen eines solchen Ansatzes in der Schweiz sind gezielte Siedlungsentwicklungen nach innen an dafür geeigneten Orten und die Stärkung bestehender oder das Entstehen neuer regionaler Zentren. Ohnehin vorhandene Kapazitäten auf der Schiene könnten besser genutzt und ein intuitiver Umsteigeeffekt auf das flächeneffizientere Verkehrsmittel Eisenbahn angeregt werden. Indessen kann daraus auch Mehrverkehr resultieren. Zudem ist insbesondere zu klären, wie von diesem Ansatz auch Gemeinden profitieren können, die nicht direkt an das Eisenbahnnetz angeschlossen sind.

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